...sollte man über eine viertägige Kurzreise nach München mehr schreiben als "schön war's", andererseits ist damit auch alles gesagt. Denn abgesehen von der schönen Stadt und dem tollen Wetter waren auch die vielen Treffen mit Bekannten und völlig Fremden, die Besichtigungen und die Ausflüge zum Starnberger See eben einfach nur schön. Es mag kitschig und durchaus klischeeschwul klingen, aber ich mit einer tiefen, inneren Zufriedenheit zurück ins Ruhrgebiet gereist. Und weil ich mir die nicht zerreden will, bleibt es einfach beim simplen Fazit: "schön war's".
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Woanders lesen
@ 27. Mai 2013 – 16:04:39
In der Zeche fand zum ersten Mal das Queer Beat Festival statt, ein schwul-lesbisches Musikfestival. Die großartigen Bands (wie z.B. Box In The Attic oben auf dem Foto), spielten jedoch leider vor wenig Publikum. Die Suche nach den Gründen gibt es leider nur gedruckt.
Zunächst stand ich dem Projekt skeptisch gegenüber, aber die Bochumer Glückssuche, ein Tanztheater im Parkhaus, ist wirklich gut.
Nermina Kukic spielt Dennis Hopper. Das Stück ist sehr gut, hat aber auch zwei, drei kleinere Schwächen.
Geologie zum Anfassen: Tag der Offenen Tür in der Grünen Schule im Steinbruch.
An der Ruhr-Uni Bochum entstand mit der Max-Kade-Halle ein neues Begegnungszentrum.
Ein Schrottplatz in Bochum sorgt für Ärger. Jetzt gibt es die erste Bewegung in der Sache.
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Woanders lesen
@ 13. Mai 2013 – 18:04:28
Ein ganz großes Thema in der Stadt: das Rauchverbot. Ein erstes Stimmungsbild malt eine düstere Zukunft.
Die neue Show im Varieté et cetera hat nicht vollständig überzeugt. Nach dieser Kritik rief mich die Chefin des Varietés an und bat mich, doch im Kopf zu behalten, welche "Macht ein Journalist" hat und dass Kritiken natürlich immer subjektiv seien und ich bei einem Varieté nicht mit einem E-Kultur-Anspruch ankommen darf. Ist für mich zwar eine Selbstverständlichkeit (zumal ich selbst ja in einer Theatertruppe mitspiele, die unser Regisseur/Autor "Kirmes-Theater" nannte), aber ich kann es auch verstehen, dass sie ihrem Ärger Luft machen wollte. Dass die Kollegen von der WAZ auch nicht so richtig angetan waren, bleibt jetzt aber mal lieber unerwähnt...
Zusammen mit Kollege Sebastian Ritscher habe ich das Schicksal der jungen Mariama aufgeschrieben.
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EVIL DEAD
@ 08. Mai 2013 – 15:03:29
Eigentlich bräuchte man sich über den Sinn und Unsinn von Remakes nicht zu unterhalten. Die meisten sind einfach nur der Versuch sich mit besseren Mitteln (sprich: vermarktbareren Schauwerten) an ein Kultgefühl zu hängen. Der Gedanke dahinter lautet meist: „Was beim ersten Mal funktioniert hat, sollte auch beim zweiten Mal nicht schief gehen“. Doch Remakes stehen immer im Schatten des Originals, müssen sich daran messen lassen und scheitern nicht selten genau an diesem Vergleich. Den Studios ist das für gewöhnlich egal, denn einerseits gibt es eine genügend große Gruppe potentieller Kinogänger, die eben genau diesen Vergleich anstellen wollen, zum anderen sind da die vielen Menschen, die das Original entweder gar nicht kennen oder denen es vielleicht zu antiquiert ist. Remakes sind also durchaus eine sichere Bank in Hollywood und genau deshalb recht beliebt. Trotz ihres schlechten Rufs, der nicht selten objektiv begründbar ist, gibt es jedoch immer wieder Remakes, die aus der grauen Maße hervorstechen und tatsächlich besonders sind. Ein solcher Fall ist EVIL DEAD.
Bereits die Geschichte des Originals ist erzählenswert, soll jedoch hier nur am Rande erwähnt werden: 1981 drehte Sam Raimi den ersten THE EVIL DEAD, der wegen seiner brutalen Gewaltdarstellungen zu einem geradezu kultisch verehrten Horrorfilm wurde und gleichsam Regisseur Raimis und Hauptdarsteller Bruce Campbells Karriere begründete. Sechs Jahre später drehte Raimi mit Campbell eine Fortsetzung des Streifens, die zugleich ein Remake des ersten Teils ist. Statt der Splattereffekte dominierten hier jedoch komödiantische Einlagen. Der krasse Wechsel des Tonfalls kam jedoch beim Publikum gut an und so erlangte auch EVIL DEAD II Kultstatus. Für das 2013er Remake orientiere man sich nun wieder am Originalfilm: Todernst und mit vielen, blutigen Effekten durchzogen, will EVIL DEAD nun den Kinogängern das Fürchten lehren. Dass die Marketingkampagne von einem besonders schockierenden Film spricht, ist natürlich – wie immer in solchen Fällen – übertrieben. Nichtsdestotrotz ist der Film von Regisseur Fede Alvarez ein gelungener Horrorfilm, der kontinuierlich an der Terrorschraube dreht.
Dass der Film durchweg ein Unwohlsein evoziert, verdankt er vor allem dem Drehbuch von Alvarez und seinem Ko-Autor Rodo Sayagues. Diesen gelingt es zugleich den Geist des Originals beizubehalten und die Geschichte um eine Gruppe Jugendlicher, die sich im Wald mit den Mächten der Dunkelheit konfrontiert sieht, klug zu überarbeiten und neu zu modellieren. So gibt es nun eine nachvollziehbare Motivation für die Jugendlichen, warum sie einerseits die Hütte überhaupt aufsuchen und diese nicht gleich verlassen, nachdem sich das drohende Unheil abzuzeichnen beginnt. Auch wenn diese Psychologisierung der Charaktere mit zunehmender Laufzeit in den Hintergrund gerät und damit durchaus eine Chance verschenkt wurde, das Grauen in seiner Wahrnehmung ambivalent zu halten, kann sich der Film anrechnen lassen, dass er kein standartisiertes Horrorfilmgrüppchen im klassischen Abzählreimschema niedermetzeln lässt. Doch alleine nur diese kluge Entscheidung zum einzigen Vorzug des Films gegenüber anderen Horrorfilmen zu erklären, wäre ein wohl zu kulturpessimistischer Blick auf die aktuelle Situation im Genre-Kino.
EVIL DEAD gelingt nämlich auch der Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und fast comichaft bis surrealistisch überzeichneter Gewalt. In vielen Fällen wirkt eine todernste Stimmung, wenn sie mit zum Himmel schießenden Blutfontänen gemischt ist, unfreiwillig komisch und wird deshalb nicht selten gleich von Regisseuren ironisch gebrochen. Alvarez verzichtet darauf und hat mit Aaron Morton einen Kameramann an Bord, der ihm genau die Bilder liefert, die es braucht, um eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen. So erzählt der Film seine Geschichte in fast schon schauerromantischen Bildern, die bereits an sich beklemmend komponiert sind und so perfekt mit der Handlung harmonieren. Selbst die berühmt-berüchtigte Vergewaltigungsszene des Originals wirkt im Remake handlungslogisch und gerade deshalb äußerst beklemmend.
Natürlich ist auch an der 2013er Version von EVIL DEAD nicht alles perfekt. Dass sich z.B. das Aussehen eines Dämons am asiatischen Horrorfilm orientiert, ist ähnlich unnötig wie das uralte Klischee der obszönen Sprache Besessener. Und dass mit zunehmender Laufzeit die Effektorgie gegenüber den psychologischen Aspekten dominiert, lässt den Film immer wieder in Richtung eines reinen Jahrmarktskinos rutschen. Doch die Effekte sind zu groß und zu staunenswert als dass man sie dem Film vorwerfen möchte. Denn so blutig und so wenig verklemmt in der Darstellung seines Grauens war zuletzt kein Mainstream-Horrorfilm. Wer sich auf den Film einlässt, wird eine brillante Geisterbahnfahrt erleben, die sich positiv von der Masse der Horrorfilme abhebt. Wenn doch nur alle Remakes so wären… - 09/10.
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Woanders lesen
@ 01. Mai 2013 – 16:57:55
Eigentlich wollte ich bei der Feuerwehr Bochum nur zu einem kleinen Artikel über (Mittags-)Pausen im Dienst recherchieren. Am Ende meiner kleinen Tour durfte ich dann aber noch bei einer Übung zuschauen und landete schließlich selbst im Tragekorb der Drehleiter. Worüber ich unter anderem in den letzten Wochen noch so geschrieben habe:
- Filmkritik zu STAR TREK INTO DARKNESS
- Ein Familientreffen der besonderen Art
- Bergfest der Ausstellung "Unbekanntes Kasachstan" im Bergbaumuseum
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Gedanken zu einer nicht geschriebenen Geschichte
@ 26. Apr 2013 – 02:24:19
Der Journalismus, egal ob im lokalen oder überregional und auch vollkommen unabhängig von der jeweiligen Plattform, ist es etwas sehr schnelles. Geplante Meldungen werden nicht selten umgeschmissen, weil etwas kurzfristig dazwischen gekommen ist. So muss er natürlich auch sein, denn egal ob Leser, Zuschauer oder Zuhörer – niemand möchte erst in drei Tagen über das informiert werden, was in diesem Augenblick passiert. Wenn also eine neue Nachricht reingekommen ist, dann setzt man sich hin, recherchiert und wenn man dann genug zusammengetragen hat, um das eigene Bauchgefühl zufrieden zu stellen, dann schreibt man die Geschichte auf. Es gibt jedoch auch die Art von Geschichten, die so komplex sind, dass sie sich einer zügigen Veröffentlichung widersetzen. Die Geschichte von Mariama ist so eine.
Die Kollegen von der Bochumer WAZ haben sie aufgeschrieben. Man kann sie hier lesen. Vielleicht hätte ich das auch machen sollen, denke ich im jetzt im Nachhinein. Aber ich war mir an wichtigen Stellen dieser Geschichte zu unsicher. Weniger aus mangelnder Erfahrung (als Lokalreporter bin ich ja noch nicht lange unterwegs), sondern vielmehr weil ich über viele Dinge gestolpert bin, die mir komisch vorkamen. Gut, auch das ist wohl mangelnde Erfahrung: Wenn man die Brüche in einer Narration nicht richtig einordnen kann und deshalb ständig über sie stolpert. Es hätte einfach noch einen ganzen Tag Recherche gebraucht – und den hatte ich leider nicht zur Verfügung, denn der Journalismus ist für mich nur Nebenberuf neben der Uni. Diesen weiteren Tag der Recherche, den hatten die Kollegen von der WAZ. Als die Geschichte bei mir auf dem Redaktionsschreibtisch landete, da war Mariama noch in der JVA Büren, die „Abschiebung“ noch nicht aufgeschoben. Zwischen meinem Erstkontakt mit der Geschichte und dem Gespräch Mariamas mit der WAZ liegt fast ein ganzer Tag.
Doch das Problem war nicht nur eines der Zeit, es war auch eines der kontroversen Aussagen. Die eine Seite spricht von Abschiebung. Ein Wort, das eindeutig konnotiert ist. Über dessen Bedeutung wir uns nicht zu streiten brauchen. Eine andere Partei in diesem Fall sprach von Rücküberführung. Das ist keine Wortklauberei, sondern der Versuch, dem Fall seine emotionale Schärfe zu nehmen. Denn die war – auch für mich – einer der Gründe, warum ich diese Geschichte so schlecht ordnen konnte. Auf Seiten Mariamas standen Lehrer, Betreuer, Sozialarbeiter – alle engagiert und mit Herzblut bei der Sache, aber eben auch emotional involviert. Wie weit kann man solchen Menschen zutrauen, dass sie objektiv die Situation reflektieren? Auf der anderen Seite stehen die Ämter. Die Ausländerbehörde war für uns nicht erreichbar, das Bundesamt für Migration gab sich wortkarg – wie soll man bitteschön das Wort der einen Seite gewichten, wenn sich das Korrektiv dem Dialog entzieht?
So blieb vieles sehr undurchsichtig und keine Behauptung konnte wirklich zum Fakt werden. Auch die Kollegen von der WAZ scheinen nicht an allen Stellen ganz sicher zu sein, wie es sich denn nun wirklich verhält und wählen Formulierungen, die Untiefen umschiffen und diesen kleinen Umweg geschickt so raffen, dass er nicht erkennbar ist. So werden die Brüche in der Narration gekittet und ein einheitliches Bild entsteht. Und ich bin unsicher: Funktioniert so guter Journalismus oder missverstehe ich einen Punkt dieser Geschichte als Dreh- und Angelpunkt, während er bei genauerer Betrachtung tatsächlich verzichtbar ist?
Als mich der in dieser Sache tätige Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer anrief und mir mitteilte, dass Mariama nicht nach Spanien müsse, beschloss ich keinen Artikel mehr zu schreiben. Vielleicht war das ein Fehler. Vielleicht hätte ich die Uni schwänzen und diese Geschichte weiterverfolgen sollen. Doch wer ist schon so idealistisch?
Was mir in dieser Geschichte besonders fehlt, ist der persönliche Eindruck von Mariama. Ist sie wirklich so traumatisiert, dass sie sich lieber selbst verletzt als noch einmal nach Spanien zu gehen – oder ist die Selbstverletzung ein kalkulierter Akt? Man kann nicht aus Telefongesprächen mit Dritten auf die Glaubwürdigkeit eines Menschen schließen. Zugleich gebietet es mir mein eigener Anspruch, dass ich niemandem blind vertraue. „Jeder Mensch lügt“, sagt Dr. House.
Und obwohl man das Wort eines fiktiven Charakters nicht in die Goldschale legen sollte, so ist darin doch eine Kernweisheit verborgen: Jeder Mensch denkt nur an seine eigenen Interessen. Das gilt auch für die Betreuer eines Schutz suchenden Mädchens. Ich will damit niemandem etwas unterstellen, sondern lediglich verdeutlichen, dass es – gerade in diesem Fall – dem persönlichen Kontakt bedurft hätte. Das war am Mittwoch nicht möglich, am Donnerstag aber schon. Es war ein Fehler diese Geschichte voreilig abzuschließen, das denke ich jetzt. Aber ist es nicht auch ein Fehler, wenn man solche Geschichten aus reinem Idealismus verfolgt? Unbezahlt und dafür auf Kosten anderer Verpflichtungen?
Update, 16:36 Uhr:
Inzwischen hat der Idealismus gesiegt. Auf Wunsch der Redaktion habe ich mich noch einmal an die Geschichte gesetzt, recherchiert und sie in einem recht ausführlichen Artikel aufgeschrieben. Ich habe die Brüche nicht kitten können, spare sie aber nicht aus, sondern gehe offensiv mit ihnen um, stelle Fragen und verweise darauf, dass es eine Sichtweise von zwei möglichen ist. Ich glaube, das ist in so einem Fall wohl die beste Herangehensweise. Ich bin jedenfalls jetzt zufrieden.





