szmmctag

  • Konzert: Patti Smith in München

    Patti Smith und ich, wir haben eine gemeinsame Geschichte. Die des ständigen sich Verpassens. Es gab schon viele Gelegenheiten, bei denen ich Patti Smith hätte sehen können – und das wollte ich auch schon immer mal -, aber irgendwie kam es nie dazu. Jetzt aber ist alles anders.

    Vielleicht liegt es an diesem sie seit Jahren sehen wollen, wahrscheinlich aber doch eher an ihrem Auftritt selbst, dass ich mich innerlich nun sehr zufrieden fühle. Es war ein Abend, der gut, aber unspektakulär begann. Patti Smith kommt auf die Bühne, singt das erste Lied – alles ist gut, aber nichts ist groß. Dann kommt „Dancing Barefoot“ und die Menge in der ausverkauften Alten Kongresshalle explodiert zum ersten Mal. Ab diesem Moment ist klar: Jeder hier ist heiß auf diesen Abend, auf Patti Smith und ihre Lieder.

    Es folgen intime Momente und Minuten, in denen man einfach nicht still stehen kann. Immer wieder sucht die große, alte Dame die Nähe zum Publikum. Irgendwann wird sie einem Teenager Ohrenstöpsel geben. Weil „so much fucking noise“ nichts für Heranwachsende ist. Sie wird eine Ballade singen über Fritz Gerlich, Widerstandskämpfer und im Zuge des Röhm-Putsch ermordet. Es wird einer der vielen Gänsehautmomente sein, weil das Lied als Ballade über eine Prinzessin beginnt und sich dann ganz langsam und extrem geschickt die Märchenwelt in das München des Dritten Reichs wandeln wird.

    Das Publikum liebt sie dafür – und sie genießt diese Liebe, erwidert sie. Natürlich singt sie an diesem Abend auch viele Lieder aus ihrem Standard-Repertoire. „Because the Night“, „Rock’n’Roll Nigga“, „Gloria“. Das wollen die Menschen hören, Patti liefert es und doch – etwas ist anders. Es sind keine tausendfach heruntergespielten Arrangements, die Smith und ihre Band routiniert zum Besten geben. Das mag zwar so sein, aber es gelingt den Musikern, dass es sich nicht so anfühlt. Jeder Song klingt wie eigens für diesen Abend ausgewählt, wie ein Geschenk ans Publikum.

    Knapp zwei Stunden wird die fast 70-Jährige am Ende gespielt haben, über die Bühne gewirbelt sein und mit stimmlicher Kraft beeindruckt haben. Zwei Stunden, die sehr glücklich gemacht haben. Weil Smith für einen fast schon magischen Abend gesorgt hat. Hier in München ist sie kein Relikt einer längst vergangenen Zeit, keine Ikone, die man einmal gesehen haben sollte. Hier in München ist sie das Leben in Person, kämpferisch, politisch und hungrig nach so viel mehr. Ginge es nach der Energie dieses einen Abends, müsste man ganz klar sagen: her best days are yet to come.

  • Chaos

    thunderstorm

    Nach einem so schweren Unwetter, wie es das Ruhrgebiet am Pfingstmontag erlebt hat, ist es schwer den Überblick zu behalten - auch für uns Journalisten. Das beste Beispiel dafür liefert die aktuelle Situation rund um die Bahn. Hunderte Kilometer Oberleitung wurden zerstört, Züge hängen auf offener Strecke fest und Bäume blockieren die Gleise. Da ging verständlicherweise nichts mehr. Seit Montag ist der gesamte Zugverkehr im Ruhrgebiet zusammengebrochen. Und die Frage, die jeden interessiert, lautet eben so verständlicherweise: Wann geht es endlich wieder weiter?

    "Heute", lautete die Antwort unserer Kollegen von der anderen, großen Lokalzeitung in Bochum. Am Nachmittag titelten sie Online erfreut, dass es in Bochum wieder vorwärts ginge und der Regionalexpress endlich wieder fahren würde. Zur gleichen Zeit recherchierten wir der Sache noch hinterher - und bekamen von der Bahn vollkommen andere Informationen erteilt. Also schrieb ich einen Artikel, der das genaue Gegenteil des anderen Artikels aussagte.

    Doch wie das immer im Leben so ist: Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Doch offenbar ist den Kollegen ihr Fehler ein wenig früher aufgefallen und so könnte er noch vor dem Druck bewahrt worden sein. Mir ist das leider erst zu spät aufgefallen. Nun kann ich mich aber immerhin damit trösten, dass die Kollegen immer noch eine Falschinformation verbreiten - die bei mir wiederum von Anfang an richtig zu finden war.

    Dafür können die Kollegen jedoch nichts. Denn aktuell ist es einfach sehr schwer, bei all den verschiedenen Informationen, die sich zudem teils minütlich ändern, den Überblick zu behalten. Wir Journalisten sollen ja für den Leser das Chaos der Informationsflut ordnen und eine Orientierung schaffen. An manchen Tagen aber ist auch uns das nicht möglich. Zum Beispiel dann, wenn zwei verschiedene Mitarbeiter des gleichen Unternehmens zwei verschiedene Infomationen raushauen. Doch auch dafür muss man in diesen Zeiten noch Verständnis haben. Es ist eben auf allen Seiten nicht leicht nach so einem Jahrhundert-Sturm.

  • La dolce vita

    Südtirol

    Südtirol

    Alle Fotos bei Flickr.

  • Das Finstere Tal

    Ein gebrochen Deutsch sprechender Mann kommt in ein abgelegenes Alpental. Scheinbar will der Fremde mit der noch jungen Technik der Fotografie die Natur und die Menschen dokumentieren. Doch als der Winter hereinbricht und es kein Entkommen mehr aus dem Tal gibt, wird nach und nach seine wahre Mission deutlich.

    Der Western hat in Deutschland eine merkwürdige Tradition. Zwar beim Publikum immer recht beliebt, gibt es außer den Winnetou- und einigen DDR-Filmen kaum nennenswerte Beiträge zum Genre. Das ist natürlich durchaus verständlich, ist der Western doch eine zutiefst US-amerikanische Filmkultur. Dennoch ist das Western-Sujet natürlich keines, das sich nur auf die USA beschränken lässt. Die Konfrontation von Gewalt, Gesetzlosigkeit, Selbstjustiz und einsamen Rächern ist so universell, dass sich die Formel des Westerns problemlos übertragen lässt.

    Genau das macht DAS FINSTERE TAL. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Willmann, erzählt der Film eine Geschichte, die so auch problemlos unter der Sonne Kaliforniens spielen könnte – eben nur mit dem Unterschied, dass die Wüste durch die verschneiten Alpen ersetzt wurde. Ansonsten aber ist alles bekannt: Ein Patriarch, der seine Macht ausnutzt und seine Gemeinde unterdrückt und ein junger, einsamer Held, der als Rächer heimkehrt und dem Tal die Freiheit schenken will.

    Regisseur Andreas Prochaska erzählt diese Geschichte ganz schnörkellos. Die Aufnahmen, gedreht wurde in Österreich und Südtirol, sind schön und gelegentlich auch klug komponiert, doch nie verliert sich die Kamera in ihnen. Stattdessen inszeniert Prochaska seinen Film ähnlich nüchtern und karg, wie das Leben in dem namenlosen Alpendorf selbst ist. Das hat seine Gründe. Denn obwohl Prochaska die gelegentlichen Gewaltspitzen durchaus als sehr blutige und effektvolle Exzesse zeigt, liegt der eigentliche Schauwert des Films im Psychogramm der Dorfbewohner und ihres Retters.

    „Die Freiheit ist ein Geschenk, das sich nicht jeder gerne machen lässt“, wird irgendwann eine der Dorfbewohnerinnen sagen. Die sehr subtile und unterschwellige Darstellung dieser Ambivalenz der Dorfbewohner, die einerseits unter einem Tyrannen, andererseits aber auch ohne ihn vollkommen führungslos wären, ist eine der Stärken des Films. Ohnehin ist der Film voller überzeugender Momente. Das beginnt schon mit dem Spiel von Sam Riley, der hier den wortkargen Fremden gibt und geht über eine geradezu erdrückende Hochzeit bis hin zum spannenden Finale.

    Allerdings ist der Film keineswegs perfekt. Manchmal ist die Musik anachronistisch modern. Dann spielt Andreas Prochaska ein bisschen das Tarantino-Sein. Und wenn ganz am Ende die Musik gar geradezu elektronisch-sphärisch wird, wähnt man sich in einem Ösi-Verschnitt von DRIVE. Das sind die Momente, die merkwürdig wirken, weil sie ein wenig aus dem ansonsten doch sehr kohärenten Historienfilm herausfallen. Aber sie sind glücklicherweise nicht merkwürdig genug, dass sie stören. Dennoch: Ohne wäre es besser gewesen.

    Das gilt auch für die Rolle des Schmieds. Der wird gespielt vom deutschen Strongman Heinz Ollesch, der wie geboren für so eine Rolle scheint. Wie ein brutaler Riese aus einem Schauermärchen setzt sich der Muskelprotz Sam Riley entgegen – und ist nach wenigen Minuten bereits wieder von der Bildfläche verschwunden. Damit unterläuft DAS FINSTERE TAL natürlich die Erwartungshaltung seiner Zuschauer, dennoch wirkt Ollesch mit diesem kurzen Auftritt recht verschwendet.

    Immerhin empfiehlt er sich mit seiner Leistung für die Rolle des Schmieds von Kochel – was natürlich voraussetzt, dass jemand mal die Sendlinger Blutweihnacht verfilmt. Denn die ist der Stoff, der nach DAS FINSTERE TAL nur folgerichtig wäre. Schließlich ist es wünschenswert, wenn dieser gelungene Genre-Beitrag nicht als Solitär in der deutschsprachigen Filmlandschaft steht, sondern eine Welle des Alpenwestern einläutet. - 8,5/10.

  • Kino-Links

    Momentan passiert ja auf diesem Blog eher wenig in Sachen Kino, daher muss ich einfach mal auf meine Texte auf anderen Seiten verweisen. Für das Manifest habe ich mir ZWEI VOM ALTEN SCHLAG angeschaut. Für die Ruhr Nachrichten Bochum habe ich mich wiederum mit Peter Thorwarth über seinen neuen Film NICHT MEIN TAG unterhalten und ein paar Tage später habe ich dann über die Premiere des Films in der UCI Kinowelt im Ruhr-Park geschrieben.

  • Heldentheater Friedberg: "Der nackte Wahnsinn"

    Michael Frayns 1982 zum ersten Mal aufgeführte Farce „Der nackte Wahnsinn“ ist wohl eine der beliebtesten Komödien der letzten Jahrzehnte. Temporeich und mit viel Wortwitz erzählt es die Geschichte einer Theaterproduktion, die zunehmend aus den Fugen gerät.

    Das Theater, das sich selbst thematisiert. Eigentlich ein alter Hut möchte man meinen und auf Shakespeare, Goethe und viele andere verweisen. Doch während der selbstreflexive Moment der dramatischen Klassiker vor allem der Erkenntnis einer höheren Wahrheit dient, war es an Michael Frayns als einer der Ersten – oder zumindest der Besten - das Theater hinter der Bühne auf selbige zu holen.

    Natürlich ist das von Frayns beschriebene Beziehungsgeflecht zwischen den Schauspielern, Regisseur und Theatermitarbeitern ein überzeichnetes. Doch die Stereotypen, die er in seinem Stück miteinander konfrontiert, haben ihren Ursprung in der Realität. Es gibt sie nämlich wirklich, die in der Katastrophe endenden Liebeleien, die Eifersüchteleien und Streitigkeiten. Und weil vieles davon eigentlich in sich bereits unendlich ist, erscheint die Verarbeitung als Farce letztlich nur folgerichtig.

    Das Ausgangsmaterial ist also geradezu perfekt für einen unterhaltsamen Abend. Das dachte man sich offenbar auch im hessischen Friedberg und so erarbeitete sich der dort ansässige Theaterverein „Heldentheater“ das Stück für seine aktuelle Spielzeit. Für ein Laientheater ist das durchaus eine kleine Herausforderung, denn der „Nackte Wahnsinn“ ist ein verhältnismäßig komplexes Stück. Das Tempo ist hoch, das richtige Timing besonders wichtig und es verlangt zuweilen von den Schauspielern vollen Körpereinsatz.

    Aber das Heldentheater meistert diese Herausforderung mit Bravour. Schnell ist vergessen, dass man hier Laien zuschaut, so überzeugend spielen die Schauspieler ihre Rollen. Nun könnte man natürlich einwerfen, dass ein Stück voll comichaft überzeichneter Charaktere für Hobbydarsteller besonders dankbar ist, weil hier ein laienhaftes „over acting“ nicht weiter auffällt. Das aber trifft nicht zu, denn schließlich bedarf es einer feinen Justierung der Manierismen der einzelnen Rollen, damit diese trotz aller Überzeichnung noch glaubhaft wirken. Und das gelingt dem Heldentheater.

    Dessen Inszenierung wirkt organisch und dennoch in sich geschlossen. Man könnte es wohl auch einfach harmonisch nennen. Jeder Witz sitzt und nur in einer einzigen Szene ist das Zusammenspiel der Schauspieler minimal aus dem Takt. Doch auch an einer sehr guten Inszenierung kann nicht immer alles perfekt sein. Wie an Boulevardbühnen üblich, gibt es auch im Friedberger Theater nur wenige Änderungen in der Ausleuchtung der jeweiligen Akte. Das ist ein durchaus verschenktes Potential. Denn obwohl sich boulevardeske Stücke nur selten für eine klare Licht-Akzentuierung eignen, hätte eine subtile Lichtdramaturgie gewisse Stimmungen und Spannungen noch feiner herausarbeiten können.

    Doch dieser Makel verschwindet fast gänzlich hinter der beeindruckenden Leistung des Friedberger Theatervereins. Mit „Der nackte Wahnsinn“ hat sich die Truppe ein exzellentes Stück ausgesucht und es gleichermaßen exzellent umgesetzt. Bravo!

    Die nächste Aufführung gibt es am 29. März, 20 Uhr, im Bürgerhaus Niederdorfelden.

  • Die dunkelste Stunde

    Im Jahr 2014 jährt sich der Ausbruch des 1. Weltkriegs zum 100. Mal. Während der Krieg vor allem in Frankreich und England in den vergangenen Jahren immer wieder stark rezipiert wurde, findet er in der deutschen Medien kaum Beachtung. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch historisch problematisch. Denn der Erste Weltkrieg ist die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Ohne ihn kein Zweiter Weltkrieg, kein Holocaust, kein Kalter Krieg. Es ist daher nur richtig, dass in diesem Jahr zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen in Deutschland und dem Ausland die Erinnerung an diesen Krieg wachrufen möchten.

    Auch ich möchte das an dieser Stelle einmal versuchen. Denn natürlich ist dieser Krieg auch an meiner Familie nicht spurlos vorbeigezogen. Trotzdem ist es erstaunlich, dass der immerhin vier Jahre dauernde Krieg in unserer Familie nur wenige Wunden hinterlassen hat. Eine davon trägt den Namen Ewald Conermann.

    Die Familie Conermann stammt ursprünglich aus Rheine im Münsterland (die Schreibweise ihres Nachnamens variiert je nach Amt und Generation zwischen C und K. Ich bleibe im Folgenden bei der C-Schreibweise). Es sind die 1880er als Dietrich Theodor Conermann ins Ruhrgebiet übersiedelt. In Bochum-Hamme wird er ansässig und arbeitet fortan als Anstreicher. Irgendwo in dieser sich damals erst entwickelnden Industriestadt lernt er die aus dem Stadtteil Dahlhausen an der Ruhr stammende Pauline Alma kennen. Beide heiraten am 12. Juli 1887.

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    Eine Feldkirche im Schützengraben.

    Am 13. März 1890 kommt als erstes Kind der Ehe ihre Tochter Elisabeth Laura zur Welt. Sie wird meine Urgroßmutter sein. Drei Jahre später bekommen die Conermanns noch einmal Nachwuchs (was in dieser Famile keineswegs eine Seltenheit ist. Elisabeth Laura hat insgesamt vier Geschwister). Der auf den Namen Ewald getaufte Junge erblickt am 14. Juli 1893 das Licht der Welt.

    Während sein Vater "nur" Anstreicher ist, zieht es den Sohn nach dem Abitur hinaus in die weite Welt. Er studiert Philologie in Straßburg, Münster und London. 1914 lebt er im fernen England, doch obwohl er ein Weltbürger zu sein scheint, wird sein Nationalstolz überwiegen. Offiziell beginnt der Erste Weltkrieg am 28. Juli mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Bereits am 5. August tritt Ewald als Kriegsfreiwilliger in den Dienst der Preussischen Armee und wird Teil des Niederrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39.

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    Das letzte Foto von Ewald Conermann aus dem Jahr 1915.

    Das Regiment ist in den ersten Kriegswochen äußerst siegreich. Es ist beteiligt an den ersten großen Erfolgen der Deutschen im feindlichen Gebiet und nimmt Lüttich und Maubeuge ein. 1915 ist das Regiment beteiligt an Kämpfen in der Champagne. Die werden Ewald zum Verhängnis. Am 17. September 1915 stirbt der Unteroffizier auf dem Schlachtfeld bei einem Angriff der Franzosen.

    Zur gleichen Zeit ist auch Ewalds Schwager Willi in Frankreich. Sogar in der gleichen Gegend. Gerade einmal rund 70 Kilometer trennen die beiden Männer. Doch während Ewald in Perthes-lès-Hurlus stirbt, überlebt der in einer Schreibstube des deutschen Militärs in Craonne arbeitende Willi und kehrt 1918 bei bester Gesundheit aus dem Ersten Weltkrieg zurück.

    Willi Siesenop

    Willi während des Krieges in Frankreich.

    Immerhin: Ewald überlebt den Krieg in der Champagne fast auf den Tag genau ein Jahr länger als August Macke. Der deutsche Maler starb bereits am 26. September 1914. Übrigens auch in Perthes-lès-Hurlus. Beide wurden auf dem dortigen Soldatenfriedhof beigesetzt.

    Für Mutter Pauline Alma war der Verlust ihres Sohnes bitter. Deshalb bestand sie auch darauf, das Grab Ewalds auf dem französischen Soldatenfriedhof zu besuchen. Diese Reise unternahm die Familie Conermann jedoch erst im Jahr 1926.

    Grave of Ewald Conermann

    Pauline Alma (links) am Grab ihres Sohnes.

  • 2013: Ein Jahr in Bildern

    Es war ein turbulentes Jahr, aber auch ein sehr intensives. Den Jahresrückblick gibt es - wie gewohnt - einfach in Bildern. Die sagen mehr als ein langer Text.

    Zugspitze

    Berliner Ansichten Berlinale
    Recherche Wintersonne

    Übung Reiterstaffel München

    Nollendorfplatz Schleppjagd

    Contemplation LaBrassBanda Kehlsteinhaus

    Extraschicht 2013Tag der Polizei Andreas Ostholt

    Death Lights on [Buckingham Palace] MarieMarie

    Leonhardifahrt 2013 mounted duty

    NachtschichtLichterfest 2013

    Chiemsee

  • Woanders lesen

    TV Watchdog Folge 27

    Für die Ruhr Nachrichten war ich unterwegs mit der Reiterstaffel der Polizei.

  • Was noch gesagt werden muss... ...über London

    Household Cavalry

    Mehr oder weniger drei Tage war ich mit HerrnM in London - und ja: schön war's. Das neue Museum der Household Cavalry in den ehrwürdigen Hallen Whitehalls ist durchaus einen Besuch wert. Zwar erfährt man dort nicht so viel über die Geschichte der berittenen Garde wie aus Barney White-Spunners Wälzer HORSE GUARDS, aber alleine wegen der ausgestellten Kostbarkeiten des Regiments lohnt es sich. Merkwürdig war nur die subjektive Erzählweise der Begleittexte. Denn wo andere Museen Neutralität wahren, spricht man in diesem Museum immer vom kollektiven Wir des Regiments: "Unsere Fahne mit der wir in der Schlacht...", usw. - etwas mehr Distanz zu seinem Inhalt täte dem Museum gut.

    In unmittelbarer Nachbarschaft liegen ja bekanntlich die Cabinet War Rooms, der Regierungsbunker der Briten im Zweiten Weltkrieg. Seit einigen Jahren gibt es dort unten nicht nur die erhaltenen Räume zu besichtigen, sondern auch ein Museum über Winston Churchill. Ein sehr ausführliches. Und eines, das wirklich jede Form der multimedialen Präsentation nutzt. Mitunter etwas konfus aufgebaut, aber trotzdem sehr spannend und lehrreich.

    Es war eine tolle Erfahrung LES MISÉRABLES in London auf der Bühne gesehen zu haben. Die Besetzung war fantastisch und hat gesanglich überzeugen können, die Inszenierung ist dicht (wenn auch stellenweise etwas sehr zügig erzählt), das wunderbare Queen's Theatre ist dem Musical angemessen und für die Augen gibt es allerlei Spielereien der Bühnentechnik zu entdecken - vor allem der Suizid von Javert ist phänomenal umgesetzt, nämlich extrem simpel, aber maximal wirkungsvoll.

    Der Tempel der Freimaurer in London ist ein imposanter Art-Deco-Bau, der vielleicht ein wenig einschüchternd wirken mag. Trotzdem sollte man den Gang ins Innere wagen und sich einmal das Museum und die Bibliothek anschauen. Dort sammeln die Londoner Freimaurer alles, was in der Welt über Freimaurer existiert. Dazu zählen auch Kleider von Jean-Paul Gaultier und Bücher von Dan Brown. Wer zur vollen Stunde am Mittag und frühen Nachmittag das Museum betritt, kann sich auch durch den Tempel selbst führen lassen - und der ist wirklich verdammt eindrucksvoll. Denn was draußen nach einer kompakten Steinburg aussieht, ist im Inneren eine freundliche, weite Halle mit einem kunstfertigen Deckenmosaik und einer Eingangshalle samt goldener "Bundeslade".

    Dame Edna

    Barry Humphries macht Schluss. Der australische Komiker ist 79 Jahre alt und zum wohl allerletzten Mal auf Tour. Fast drei Monate macht er Station im Londoner Palladium, einem dieser altehrwührdigen Theater im West End. Den Abend beginnt er als Les Patterson, einem widerlich-schmierigen, sabbernden Politikers. Die Rolle funktioniert vor allem über Ekel, jedoch nicht ausschließlich. Denn vor allem spottet Humphries mit dieser Rolle über Politik und die Gesellschaft. Und das ist wahnsinnig komisch, auch wenn man vielleicht nicht jede Anspielung versteht. Doch das Highlight kommt nach der Pause: Barry Humphries in seiner bekanntesten Rolle - als Dame Edna. Mit rassistischen und homophoben Sprüchen beißt sich Dame Edna durch den Abend und beweist damit, dass charmant gespielter Hass äußerst witzig sein kann. Bravo!

    Ach, London ist ja immer eine Reise wert. Auch wenn die Stadt hektischer und dreckiger als Berlin ist, gibt sie mir doch mehr als unsere Bundeshauptstadt. Weil London dieses ganz eigene Feeling hat und durch die historischen Straßenzüge immer noch die Luft des Empires weht. Sieben Jahre lang war ich nicht mehr in London, doch ist mir erst dort wieder aufgefallen, wie sehr ich diese Stadt vermisst habe.

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